Einführung in die Prophetie LEITTEXT: „Und wir haben desto fester das prophetische Wort, und ihr tut wohl, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint in einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen.“ (2. Petrus 1, 19.) Zum Lesen empfohlen: Der große Kampf, S. 594-603. „Geschichte und Prophetie bezeugen, dass der Gott der ganzen Erde der Menschheit durch seine erwählten Lichtträger Geheimnisse offenbart.“ – Bible Training School, 1. Dezember 1912. 1. Ein unendlicher Geist 29.03. (So) a. Was allein ist Gott imstande zu sehen? Jesaja 46, 9-10. „ICH BIN bedeutet ewige Gegenwart. Für Gott sind Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gleich. Er sieht die Ereignisse der Geschichte aus grauer Vorzeit und die weit entfernte Zukunft so klar vor sich, wie wir das Tagesgeschehen wahrnehmen.“ – Bibelkommentar, S. 33. b. Was tut unser Herr mit diesem Wissen? Daniel 2, 20–22. „Über der Verwirrung der Erde sitzt [Gott] auf seinem Thron; alle Dinge liegen vor seinem göttlichen Blick offen, und von seinem hohen, erhabenen, ewigen Stuhl ordnet er alles, wie es seine göttliche Vorsehung für das Beste hält.“ – In den Fußspuren des großen Arztes, S. 423. „In den Annalen der Menschheitsgeschichte sieht es so aus, als ob das Wachstum der Nationen sowie der Aufstieg und Fall der Weltreiche vom Willen und von der Tapferkeit des Menschen abhängig seien; seine Macht, sein Ehrgeiz, seine Laune scheinen die Entwicklung der Ereignisse in hohem Maß zu bestimmen. Aber im Worte Gottes wird der Vorhang beiseite gezogen, und wir erblicken über, hinter und in allem Spiel und Widerspiel menschlicher Interessen, Mächte und Leidenschaften das Wirken des Allbarmherzigen, der still und geduldig den Ratschluss seines Willens ausführt.“ – Propheten und Könige, S. 349. 2. Geheimnisse offenbart 30.03. (Mo) a. Was tut Gott, wenn er bereit ist, seinen Willen auf Erden auszuführen? Amos 3, 7; Offenbarung 1, 1. „‚Gott der Herr tut nichts, er offenbare denn seinen Ratschluss den Propheten, seinen Knechten.‘ (Amos 3, 7.) ‚Was verborgen ist, ist des Herrn, unseres Gottes; was aber offenbart ist, das gilt uns und unsern Kindern ewiglich.‘ (5. Mose 29, 28.) Das, was offenbart ist, hat Gott uns gegeben. Sein Segen ist jedem zugesagt, der die prophetischen Schriften mit Ehrfurcht und unter Gebet studiert.“ – Das Leben Jesu, S. 218. b. Warum sendet uns Gott solche Botschaften? 1. Johannes 3, 1; Johannes 1, 12; Kolosser 1, 25-28. „Die Bibel ist ein wunderbares Buch. Sie ist eine Geschichte, die uns die vergangenen Jahrhunderte eröffnet. Ohne die Bibel wären wir Vermutungen und Fabeln über die Geschehnisse vergangener Zeiten überlassen worden. Es ist die Prophetie, die die Zukunft enthüllt. Es ist das Wort Gottes, das uns den Plan der Erlösung entfaltet und den Weg aufzeigt, durch den wir dem ewigen Tod entfliehen und das ewige Leben erlangen können. Unter all den Büchern, die die Welt überschwemmen, so wertvoll sie auch sein mögen, ist die Bibel das Buch der Bücher, am meisten unseres Studiums und unserer Bewunderung würdig. Sie gibt uns nicht nur die Geschichte dieser Welt wieder, sondern auch eine Beschreibung der zukünftigen Welt. Sie enthält Unterweisung über die Wunder des Universums, sie offenbart unserem Verständnis den Charakter des Schöpfers des Himmels und Erde. In ihr liegt die Offenbarung Gottes an den Menschen.“ – The Signs of the Times, 30. Januar, 1893. c. Was ist die wichtigste Erkenntnis, nach der wir suchen sollen? Jeremia 9, 22. 23; Johannes 17, 3; Epheser 3, 17-19. „Im Worte Gottes findet der menschliche Geist Gegenstände für tiefstes Nachdenken und für höchstes Bestreben. Hier können wir Zwiesprache pflegen mit Patriarchen und Propheten und der Stimme des Ewigen lauschen, wie er mit den Menschen spricht. Hier sehen wir die Majestät des Himmels, wie er sich erniedrigte, um unser Stellvertreter und Bürge zu werden, wie er mit den Mächten der Finsternis rang und den Sieg für uns erlangte. Eine ehrfurchtsvolle Betrachtung solcher Themen wird nicht verfehlen, das Herz zu besänftigen, zu reinigen und zu veredeln. Zu gleicher Zeit wird sie den Geist mit neuer Kraft und Energie beleben.“ – Zeugnisse, Band 5, S. 32. 33. 3. Das Wort verstehen 31.03. (Di) a. Welche Hilfe benötigen wir, um die Schrift, einschließlich der Prophetie, zu verstehen? Johannes 16, 7-13. „Gott will, dass sich seinem Volk schon in diesem Leben die Wahrheit immer mehr entfaltet. Dabei gibt es nur einen Weg, diese Erkenntnis zu erlangen. Zu einem Verständnis des Wortes Gottes können wir nur durch die Erleuchtung jenes Geistes gelangen, durch den das Wort eingegeben worden ist.“ – Zeugnisse, Band 5, S. 734. „Das Wort Gottes sollte niemals ohne Gebet gelesen werden. Ehe wir seine Blätter öffnen, sollten wir um die Erleuchtung des Heiligen Geistes bitten, und sie wird uns gegeben werden. Als Nathanael zu Jesus kam, rief der Heiland aus: ‚Siehe, ein rechter Israelit, in welchem kein Falsch ist!‘ Nathanael antwortete darauf: ‚Woher kennst du mich?‘ Die Antwort Jesu lautete: ‚Ehe denn dich Philippus rief, da du unter dem Feigenbaum warst, sah ich dich.‘ (Johannes 1, 47. 48.) Jesus sieht uns jetzt noch so, wenn wir im Kämmerlein zu ihm beten, wenn wir ihn um Erleuchtung bitten, die Wahrheit recht zu erkennen. Engel aus der Welt des Lichts werden die Führer derer sein, die demütigen Herzens um göttlichen Beistand bitten.“ – Der Weg zu Christus, S. 66. b. Warum ist es wichtig, beim Studium der Prophetie nicht einfach unseren eigenen Meinungen zu folgen? 2. Petrus 1, 19-21. „Trennt euch vor Beginn eures Bibelstudiums von vorgefassten Meinungen und übernommenen oder anerzogenen Ideen. Ihr werdet niemals zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, wenn ihr die Bibel zur Rechtfertigung eurer eigenen Ideen erforschen wollt. Gebt diese auf und fragt mit demutsvollem Herzen danach, was euch der Vater im Himmel zu sagen hat. Setzt euch als bescheidene Wahrheitssucher zu Jesu Füßen und lernet von ihm. Das Wort wird euer Verständnis erleuchten. Zu denen aber, die ihrer Meinung nach zu aufgeklärt sind, um in der Bibel zu forschen, sagt der Heiland: Ihr müsst erst bescheiden und von Herzen demütig werden, wenn ihr danach verlangt, der Erlösung fähig zu werden. Lest die Bibel nicht im Licht eurer bisherigen Meinungen. Suchet vielmehr sorgfältig und unter Gebet mit einem vorurteilsfreien Sinn. Wenn ihr beim Schriftstudium zu der Überzeugung kommt, dass eure Lieblingsmeinungen nicht mit dem Wort übereinstimmen, dann versucht nicht, die Schrift euren Meinungen anzupassen. Unterstellt eure Meinungen vielmehr dem Schriftwort. Duldet nicht, dass das, was ihr früher geglaubt oder getan habt, euren Verstand beherrsche. Seid aufgeschlossenen Geistes, damit ihr die Wunder des Gesetzes erkennen könnt. Erforscht, was geschrieben ist, und setzt euren Fuß auf den ewigen Felsen.“ – Ruf an die Jugend, S. 164. 4. Hier ein wenig, da ein wenig 01.04. (Mi) a. Wie gibt Gott sein Wort weiter, und wie sollen wir es studieren? Jesaja 28, 9. 10. „Der Beweis für die Wahrheit des Gotteswortes liegt im Worte selbst. Die Schrift ist der Schlüssel, der die Schrift aufschließt. Die tiefe Bedeutung der Wahrheiten des Gotteswortes wird unserm Verstand durch Gottes Geist enthüllt.“ – Zeugnisse, Band 8, S. 161. „Niemand, der die Lehren der Bibel zu schätzen weiß, kann auch nur eine Stelle daraus lesen, ohne ihr einen nützlichen Gedanken abzugewinnen. Das wertvollste Lehrgut der Bibel jedoch ist nicht durch gelegentliches oder unzusammenhängendes Studium zu erarbeiten. Das großartige System der Wahrheit wird nicht so dargeboten, dass es von dem flüchtigen oder gedankenlosen Leser erkannt wird. Viele biblische Schätze liegen weit unter der Oberfläche und können nur durch fleißiges Forschen und andauerndes Bemühen erlangt werden. Man muss nach den Wahrheiten, die das große Ganze ausmachen, suchen und sie zusammentragen, ‚hier ein wenig, da ein wenig‘. (Jesaja 28, 10.) Wenn wir sie so erforschen und zusammenstellen, werden wir entdecken, dass sie vollkommen zueinander passen. Jedes der Evangelien stellt eine Ergänzung der übrigen, jede Weissagung die Auslegung einer anderen, jede Wahrheit die Weiterentwicklung irgendeiner sonstigen Wahrheit dar. Die Vorbilder der jüdischen Glaubenslehre werden durchs Evangelium erklärt. Jede Grundwahrheit im Worte Gottes hat ihren Ort, jede Tatsache ihren Bezug, und das vollendete Gebäude zeugt in Plan und Ausführung von dem Schöpfer. Solch einen Bau konnte nicht Menschengeist, sondern nur der Ewige ersinnen und gestalten.“ – Erziehung, S. 113. 114. b. Warum ist jeder Abschnitt der Bibel so wichtig? Matthäus 4, 4; Lukas 24, 27. „Betreffs der Lehre der Heiligen Schrift sollen wir uns nicht nach dem Zeugnis irgendeines Menschen richten, sondern selbst in dem Worte Gottes forschen… Wenn wir aber den Gegenständen der Bibel rechte Aufmerksamkeit schenken, wenn wir Schriftstelle mit Schriftstelle und geistliche Dinge mit geistlichen Dingen vergleichen, dann wird unser Verständnis für die Heilswahrheiten zunehmen… Ohne ernstes Forschen, ohne andachtsvolle Vertiefung können wir nicht zur wahren Weisheit gelangen. Manche Teile der Heiligen Schrift sind so klar, dass sie unmöglich missverstanden werden können; doch gibt es viele andere, deren Inhalt nicht so klar zutage liegt, dass er auf den ersten Blick verstanden werden könnte. Schriftstelle muss mit Schriftstelle verglichen werden; sorgfältiges Forschen und Nachdenken unter Gebet sind Hauptbedingungen. Solche geistige Betätigung lohnt sich jedoch reichlich. Wie der Bergmann Adern des edlen Metalls tief unter der Erdoberfläche entdeckt, so wird jeder, der unermüdlich im Worte Gottes nach verborgenen Schätzen forscht, Wahrheiten von größter Bedeutung finden; aber dem Auge des nachlässigen Lesers entziehen sie sich. Die geistdurchhauchten Worte Gottes werden, recht im Herzen erwogen, wie Ströme aus der Quelle des Lebens fließen.“ – Der Weg zu Christus, S. 65. 66. 5. Mit Weisheit studieren 02.04. (Do) a. Wie beeinflussen unsere Einstellung und Entscheidungen unsere Fähigkeit, die Bedeutung der Prophezeiungen zu erkennen? Daniel 12, 10; 2. Timotheus 3, 1-8. „Der Geist, mit welchem ihr an die Untersuchung der Schrift herangeht, entscheidet über die Natur des Helfers, der euch zur Seite steht. Engel aus der Welt des Lichts werden bei denen sein, die demütigen Herzens nach göttlicher Leitung trachten. Aber wenn die Bibel ohne Ehrfurcht, mit einem Gefühl der Selbstgenügsamkeit und mit einem Herzen voller Vorurteil geöffnet wird, ist Satan euch zur Seite und wird die klaren Darlegungen des Wortes Gottes in einem falschen Licht erscheinen lassen.“ – Zeugnisse für Prediger, S. 89. „Satan hat viele zu dem Glauben verleitet, die prophetischen Teile in den Schriften Daniels und des Sehers Johannes seien unverständlich. Doch die Verheißung sagt deutlich, dass das Studium dieser Prophezeiungen von außergewöhnlichem Segen begleitet sein werde.“ – Propheten und Könige, S. 383. b. Erkläre, wie wichtig es ist, die Wahrheit persönlich anzuwenden. Offenbarung 22, 7; Matthäus 7, 24-27; Johannes 7, 17. „Der Herr führt die Demütigen, weil sie lernwillig sind. Sie haben den aufrichtigen Wunsch, Gottes Willen zu erkennen und zu tun. Der Heiland verheißt: ‚Wenn jemand will des Willen tun, der wird innewerden, ob diese Lehre von Gott sei.‘ (Johannes 7, 17.) Durch den Apostel Jakobus erläutert er: ‚Wenn aber jemandem unter euch Weisheit mangelt, der bitte Gott, der da gern gibt jedermann und allen mit Güte begegnet, so wird ihm gegeben werden.‘ (Jakobus 1, 5.) Aber seine Verheißung gilt nur denen, die dem Herrn willig in allem folgen.“ – Patriarchen und Propheten, S. 363. 364. „Wenn du das Geheimnis der Gottseligkeit erkennen willst, musst du dem klaren Wort der Wahrheit folgen, ob mit oder ohne Gefühl, ob mit oder ohne Emotion. Gehorsam muss aus einem Sinn für Prinzipien erwiesen werden, und das Rechte muss unter allen Umständen verfolgt werden.“ – Fundamentals of Christian Education, S. 125. Fragen zur persönlichen Wiederholung 03.04. (Fr) 1. Inwiefern unterscheidet sich Gott in seinem Wissen von allen anderen Wesen? 2. Was offenbart Gott uns durch die Schriften der Propheten, und warum? 3. Um welche Hilfe sollten wir beten, wenn wir das Wort Gottes studieren? 4. Welche Anstrengungen sollte ich bereit sein, in das Bibelstudium einzusetzen? 5. Bin ich bereit, das, was ich im Wort Gottes entdecke, anzuwenden? |