6. Lektion Sabbat, den 9. Mai 2026


Die Vision erklärt

LEITTEXT: „So wisse nun und merke: von der Zeit an, da ausgeht der Befehl, dass Jerusalem soll wieder gebaut werden, bis auf den Gesalbten, den Fürsten, sind sieben Wochen; und zweiundsechzig Wochen, so werden die Gassen und Mauern wieder gebaut werden, wiewohl in kümmerlicher Zeit.“ (Daniel 9, 25.)

Zum Lesen empfohlen: Der große Kampf, S. 411-423.

„Der Engel war mit der besonderen Absicht zu Daniel gesandt worden, ihm zu erklären, was er in dem Gesicht in Kapitel 8 nicht verstanden hatte, nämlich die Zeitbestimmung.“ – Der große Kampf, S. 329.

1. Lesen, um zu verstehen 03.05. (So) 

a. Was studierte Daniel zur Zeit der Eroberung Babylons durch die Meder und Perser? Daniel 9, 1. 2.


„Während diejenigen, die Gott in Babylon treu geblieben waren, den Herrn suchten und die Prophezeiungen durchforschten, die ihre Befreiung vorhersagten, bewegte der Herr die Herzen der Könige, seinem bußfertigen Volk Gunst zu erweisen.“ – Bibelkommentar, S. 226.

b. Erkläre die Bedeutung der Prophezeiung, die Daniel las. Jeremia 25, 8-14.

c. Wozu forderte die Prophezeiung Jeremias das Volk Gottes auf? Jeremia 29, 10-14.


„[Die Verbannten] hatten Zugang zu den Schriften Jeremias, und in diesen war klar angegeben, wieviel Zeit bis zur Rückkehr Israels aus Babylon vergehen sollte… Als Antwort auf inbrünstige Gebete sollte dem Überrest Judas Gunst erwiesen werden.“ – Propheten und Könige, S. 388.

2. Das Gebet Daniels 04.05. (Mo) 

a. Was tat Daniel als Reaktion auf das, was er gelesen hatte? Daniel 9, 3.

„Mit einem Glauben, der sich auf das sichere Wort der Prophetie gründete, flehte Daniel den Herrn um die rasche Erfüllung dieser Verheißungen an. Er bat inständig, dass die Ehre Gottes bewahrt werden möge. In seinem Bittgebet stellte er sich völlig denen gleich, die dem göttlichen Plan nicht entsprochen hatten, und bekannte ihre Sünden, als seien es seine eigenen.“ – Propheten und Könige, S. 389.

b. Welche Beobachtungen würdest du nach dem Lesen von Daniels Gebet darüber machen, wie er sich demütigte und Fürbitte bei Gott tat? Daniel 9, 4-19.

„Obwohl Daniel schon lange im Dienst Gottes gestanden hatte und vom Himmel als ‚von Gott geliebt‘ bezeichnet wurde, erschien er doch jetzt vor Gott als ein Sünder, der die große Not des von ihm geliebten Volkes vortrug.“ – Propheten und Könige, S. 390.

c. Worüber war Daniel besonders besorgt? Daniel 9, 16. 17.

„Seit fast siebzig Jahren befand sich Israel in Gefangenschaft. Das Land, das Gott als seinen eigenen Besitz erwählt hatte, war in die Hände der Heiden gegeben worden. Die geliebte Stadt, die das himmlische Licht empfangen hatte – einst die Freude der ganzen Welt – war jetzt verachtet und erniedrigt. Der Tempel, in dem sich die Bundeslade mit den herrlichen Cherubinen befunden hatte, die den Gnadenstuhl schirmten, war zerstört. Diese Stätte war von unwürdigen Füßen entheiligt worden. Treue Männer, die die frühere Herrlichkeit erlebt hatten, waren von Schmerz erfüllt, dass das heilige Haus verwüstet war, das Israel als das auserwählte Volk Gottes gekennzeichnet hatte. Diese Männer waren Zeugen gewesen, als Gott sein Volk wegen der Sünden anklagte, und sie hatten die Erfüllung jener Worte erlebt. Sie waren auch Zeuge der Gnadenverheißungen gewesen, die sich dann erfüllen sollten, wenn Israel sich wieder zu Gott wenden und vor ihm rechtschaffen wandeln würde. Alte, grauhaarige Pilger kamen nach Jerusalem, um in den Ruinen zu beten. Als sie den Herrn anflehten, Zion gnädig zu sein und sie mit der Herrlichkeit seiner Gerechtigkeit zu bedecken, küssten sie die Steine und netzten sie mit ihren Tränen. Daniel wusste, dass die festgesetzte Zeit der israelitischen Gefangenschaft fast beendet war. Doch er war sich bewusst, dass sie trotz der göttlichen Verheißung, die ihre Befreiung in Aussicht stellte, selbst ihren Anteil daran zu tragen hatten. Mit Fasten und in Demut suchte er den Herrn und bekannte seine eigenen Sünden und die seines Volkes.“ – Bibelkommentar, S. 226. 227.

3. Ein himmlischer Gast 05.05. (Di) 

a. Wie wurde das Gebet Daniels unterbrochen? Daniel 9, 20. 21.


„Gott neigte sich herab und erhörte das ernste Flehen des Propheten. Noch ehe Daniel seine Bitte um Vergebung und um die Wiederherstellung Judas beendet hatte, erschien ihm erneut der mächtige Engel Gabriel.“ – Propheten und Könige, S. 391.
„Der Engel Gabriel, der dem Sohn Gottes rangmäßig am nächsten steht, überbrachte Daniel die göttliche Botschaft… Das, was offenbart ist, hat Gott uns gegeben. Sein Segen ist jedem zugesagt, der die prophetischen Schriften mit Ehrfurcht und unter Gebet studiert.“ – Das Leben Jesu, S. 218.

b. Was war der Zweck von Gabriels Besuch, und wie steht er mit der Vision in Kapitel 8 in Verbindung? Daniel 9, 22. 23.

„[Gabriel] lenkte seine Aufmerksamkeit auf das Gesicht, das der Prophet vor dem Fall Babylons und dem Tod Belsazers gehabt hatte.“ – Propheten und Könige, S. 391.
„Gott hatte seinem Boten befohlen: ‚Lege diesem das Gesicht aus, dass er‘s verstehe!‘ (Daniel 8, 16.) Dieser Auftrag musste erfüllt werden, und deshalb kehrte der Engel später zu Daniel zurück und sagte: ‚Jetzt bin ich ausgegangen, dich zu unterrichten ... So merke nun darauf, dass du das Gesicht verstehest.‘ (Daniel 9, 22-27.) In dem in Kapitel 8 berichteten Gesicht war eine wichtige Frage nicht erklärt worden: der Zeitraum der zweitausenddreihundert Tage; deshalb verweilte der Engel, nachdem er die Erläuterung des Gesichtes wiederaufgenommen hatte, hauptsächlich bei diesem Thema.“ – Der große Kampf, S. 328.

c. Welche Zeitspanne sollte für die jüdische Nation festgesetzt werden, und was sollte in dieser Zeit vollbracht werden? Daniel 9, 24.

„Der Schwerpunkt der Predigt Christi lautete: ‚Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist herbeigekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!‘ (Markus 1, 14. 15.) Die vom Heiland gepredigte Frohbotschaft gründete sich somit auf die Weissagungen. Die Zeit, die nach seinen Worten ‚erfüllt‘ war, umfasste den Zeitabschnitt, den der Engel Gabriel dem Propheten Daniel genannt hatte... Ein Tag bedeutet in der Weissagung ein Jahr. (4. Mose 14, 34; Hesekiel 4, 6.) Die siebzig Wochen oder vierhundertundneunzig Tage stehen somit für vierhundertundneunzig Jahre.“ – Das Leben Jesu, S. 217.

4. Der Beginn offenbart 06.05. (Mi) 

a. Welches bedeutsame königliche Gebot sollte den Beginn der siebzig Wochen markieren? Daniel 9, 25.


„Der Befehl zur Wiederherstellung und zum Aufbau Jerusalems wurde durch einen Erlass des persischen Königs Artaxerxes Longimanus erteilt und im Herbst des Jahres 457 v. Chr. wirksam. (Esra 6, 14; Esra 7, 1. 9.) Die vierhundertdreiundachtzig Jahre würden somit im Jahre 27 n. Chr. enden.“ – Das Leben Jesu, S. 217.

b. Beschreibe die Bestimmungen des Erlasses, der diese Prophezeiung erfüllte. Esra 7, 11-13. 21-27.

„[Der Herr] bewegte das Herz des Königs, so dass Esra besondere Gunst erlangte. Der König stellte ihm beträchtliche Mittel für den Wiederaufbau des Tempels zur Verfügung und machte es den Juden möglich, nach siebzig Jahren babylonischer Gefangenschaft zurückzukehren.“ – Bibelkommentar, S. 135. 136.

c. Was sagte die Prophezeiung außerdem über den Dienst des Messias voraus? Daniel 9, 26 (erster Teil), 27 (erster Teil).

„Gemäß der Weissagung sollte dieser Zeitabschnitt bis auf den Messias, den ‚Gesalbten‘, reichen. Im Jahre 27 n. Chr. empfing Jesus bei seiner Taufe die Salbung mit dem Heiligen Geist und begann kurze Zeit später mit seiner Tätigkeit. Von nun an hieß es: ‚Die Zeit ist erfüllt.‘ (Markus 1, 14. 15.)
Der Engel fuhr fort: ‚Mit vielen wird er während der einen Jahrwoche [sieben Jahre] einen festen Bund schließen.‘ (Daniel 9, 27; Henne). Sieben Jahre, nachdem der Heiland seinen Dienst aufgenommen hatte, sollte das Evangelium besonders den Juden verkündigt werden: dreieinhalb Jahre durch Christus selber und anschließend durch die Apostel. ‚In der Mitte der Woche wird er Schlachtopfer und Speisopfer abschaffen.‘ (Daniel 9, 27.)
Im Frühjahr des Jahres 31 wurde Christus als das wahre Opferlamm auf Golgatha geopfert. Der Vorhang im Tempel zerriss, um anzuzeigen, dass die Heiligkeit und Sinngebung des Opferdienstes ihr Ende gefunden hatten. Die Zeit war gekommen, dass irdische Opfer aufhörten.
Die eine Woche – sieben Jahre – endete im Jahre 34 n. Chr. Damals besiegelten die Juden durch die Steinigung des Stephanus, dass sie das Evangelium endgültig verworfen hatten. Die Jünger wurden durch die Verfolgung ‚zerstreut‘ und ‚zogen umher und predigten das Wort‘. (Apostelgeschichte 8, 4.)“ – Das Leben Jesu, S. 217. 218. 

5. Die siebzig Wochen vollendet 07.05. (Do) 

a. Welches tragische Ereignis sollte eintreten, nachdem die 490 Jahre vollendet waren? Daniel 9, 26 (letzter Teil). 27 (letzter Teil); Lukas 21, 20.


„Gottes Langmut gegen Jerusalem bestärkte die Juden nur in ihrer hartnäckigen Unbußfertigkeit… Dennoch erklärten [ihre Obersten] dieses höllischen Werkes in ihrer blinden und gotteslästerlichen Vermessenheit öffentlich, dass sie nicht fürchteten, Jerusalem könnte zerstört werden; denn es sei Gottes eigene Stadt. Um ihre Macht zu stärken, bestachen sie falsche Propheten, die, selbst als die römischen Legionen bereits den Tempel belagerten, verkündigen mussten, dass das Volk der Befreiung durch Gott harren solle. Bis zum Ende hielt die Menge an dem Glauben fest, dass sich der Allerhöchste zur Vernichtung der Gegner ins Mittel legen werde. Israel aber hatte die göttliche Hilfe verschmäht und war nun den Feinden schutzlos preisgegeben. Unglückliches Jerusalem! Durch innere Zwistigkeiten zerrissen, die Straßen vom Blut seiner Söhne gefärbt, die sich gegenseitig erwürgten, während fremde Heere seine Festungswerke niederwarfen und seine Krieger erschlugen.“ – Der große Kampf, S. 28. 29.

b. Was können wir nun erkennen, da wir den ersten Teil der Tage verstanden haben? Daniel 8, 14; 9, 24.

„Soweit ist jede Angabe der Weissagung auffallend erfüllt und der Anfang der siebzig Wochen ohne irgendwelchen Zweifel auf 457 v. Chr., ihr Ende auf 34 n. Chr. festgestellt worden. Durch diese Angaben ist es nicht schwer, das Ende der zweitausenddreihundert Tage zu ermitteln. Da die siebzig Wochen oder vierhundertneunzig Tage von den zweitausenddreihundert abgeschnitten sind, bleiben noch achtzehnhundertzehn Tage übrig. Nach Ablauf der vierhundertneunzig Tage hatten sich noch die achtzehnhundertzehn Tage zu erfüllen. Vom Jahre 34 n. Chr. reichen weitere achtzehnhundertzehn Jahre bis 1844. Folglich enden die zweitausenddreihundert Tage von Daniel 8,14 im Jahre 1844. Nach dem Ablauf dieser großen prophetischen Zeitspanne sollte nach dem Zeugnis des Engels Gottes ‚das Heiligtum wieder geweiht (gereinigt) werden‘. Somit war die Zeit der (Weihe oder) Reinigung des Heiligtums… genau und bestimmt angegeben.“ – Der große Kampf, S. 331.

Fragen zur persönlichen Wiederholung 08.05. (Fr) 

1. Nach welchem Verständnis trachtete Daniel, obwohl er selbst ein Prophet war?
2. Warum schloss sich Daniel in die Bußgebete für Israels vergangene Sünden ein?
3. Woran erkennen wir eindeutig, dass Daniel 9 das Geheimnis von Daniel 8 erklärt?
4. Erkläre das Ereignis, das den Beginn der 490-Jahre-Prophezeiung markierte.
5. Beschreibe die Zerstörung Jerusalems, wie sie von Daniel und Jesus vorhergesagt wurde.

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