Beweis der Gotteskindschaft LEITTEXT: „Darum, ist jemand in Christo, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden!“ (2. Korinther 5, 17.) Zum Lesen empfohlen: Der Weg zu Christus, Kapitel 7, S. 40-47. „Unsere Wesenheit offenbart sich ja nicht in gelegentlichen guten und bösen Taten, sondern in unsern täglichen Worten und Handlungen.“ – Der Weg zu Christus, S. 40. 1. Das Wirken des Geistes 09.08. (So) a. Welche Lehre vermittelte Christus, als er das Werk der Bekehrung beschrieb? Johannes 3, 5-8. „Ein Mensch mag außerstande sein, die genaue Zeit oder den bestimmten Ort seiner Bekehrung oder die damit verbundenen Umstände anzugeben; damit ist jedoch nicht bewiesen, dass er unbekehrt ist… Wie also die Wirkungen des unsichtbaren Windes gesehen und gefühlt werden, so ist es auch mit dem Wirken des Heiligen Geistes an den Menschenherzen. Diese dem menschlichen Auge entzogene Macht der Neuschöpfung weckt neues Leben im Menschen und schafft so ein neues Wesen nach dem Ebenbilde Gottes.“ – Der Weg zu Christus, S. 40. b. Welche Veränderungen werden im Leben eines wahrhaft Bekehrten sichtbar? Römer 12, 9-18; 2. Korinther 5, 17. „Wiewohl wir nichts zur Veränderung unserer Herzen zu tun und uns nicht in Gemeinschaft mit Gott zu versetzen vermögen, obgleich wir nicht auf uns oder unsere Werke bauen und vertrauen dürfen, wird dennoch unser Leben beweisen, dass die Gnade Gottes in uns wohnt. Eine Veränderung in unserm Innern, in unsern Gewohnheiten und Geschäften wird sichtbar. Der Gegensatz zwischen dem, was wir waren, und dem, was wir nach der Wiedergeburt sind, wird klar vor Augen liegen… Wahr ist ja freilich, dass es eine äußerlich rechtschaffene Daseinshaltung ohne die erneuernde Macht Christi gibt. Das Streben nach Einfluss und das Verlangen nach Ehre mögen einen geordneten Lebenswandel im Gefolge haben; Selbstachtung mag uns vom Schein des Bösen zurückhalten. Auch ein selbstsüchtiges Herz ist imstande, gute Werke zu tun. Wie sollen wir aber dann beurteilen und entscheiden, auf welcher Seite wir stehen? Wer besitzt unser Herz? Mit wem beschäftigen sich unsere Gedanken?“ – Der Weg zu Christus, S. 40. 41. 2. Eine neue Kreatur sein 10.08. (Mo) a. Welche Frucht wird von denen hervorgebracht, die mit dem Geist erfüllt sind? Galater 5, 22. 23. „Neue Menschen in Christus werden die Frucht des Geistes hervorbringen… Die Dinge, die sie einst hassten, lieben sie nunmehr; und was sie früher liebten, das hassen sie nun. Die ehemals stolzen und selbstbewussten Herzen werden sanftmütig und demütig, die früher eitlen und trotzigen ernst und bescheiden. Der Trunkenbold wird mäßig und nüchtern, der Schamlose keusch. Die leeren Gewohnheiten und Sitten der Welt werden abgelegt. Ein Christ wird nicht den auswendigen Schmuck suchen, sondern den verborgenen ‚Menschen des Herzens unverrückt mit sanftem und stillem Geiste‘. (1. Petrus 3, 3. 4.)“ – Der Weg zu Christus, S. 41. „Der Einfluss des Heiligen Geistes ist das Leben Christi in der Seele. Wir sehen Christus nicht, wenn wir zu ihm sprechen, doch sein Heiliger Geist ist uns an jedem Ort und überall nahe. Sein Heiliger Geist wirkt in und durch jeden, der Christus annimmt. Wer den innewohnenden Geist kennt, zeigt die Frucht des Geistes: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube.“ – Bibelkommentar, S. 425. b. Was ist der Beweis echter Buße? Hesekiel 33, 14. 15. „Ohne Neubildung des Herzens gibt es keine echte Buße. Wenn der Sünder sein Gelübde mit Gott erneuert, wenn er das Geraubte wiedererstattet, wenn er seine Sünden bekennt und Gott und seine Mitmenschen liebt, dann erst darf er gewiss sein, dass er vom Tode zum Leben hindurchgedrungen ist. Wenn wir als irrende, sündige Wesen zu Christus kommen und Anteil an seiner vergebenden Gnade haben, dann wird auch die Liebe in unsern Herzen emporquellen. Jede Bürde wird uns leicht, denn das Joch, das Christus auferlegt, ist sanft. Unsere Pflicht wird zur Freude, unser Opfer ein Vergnügen. Der vorher dunkle Lebensweg wird von den Strahlen der Sonne der Gerechtigkeit erleuchtet. Die Lieblichkeit des Wesens Christi zeigt sich in seinen Jüngern. Es war seine Freude, den Willen Gottes zu erfüllen. Liebe zu dem Allwaltenden, heiliger Eifer für seinen Ruhm waren die leitenden Beweggründe im Leben des Erlösers. Diese Liebe verherrlichte und adelte alle seine Handlungen. Solche Liebe kommt allein von Gott. Ein ungeweihtes Herz kann sie unmöglich hervorbringen. Wir finden sie nur in solchen Herzen, in denen Jesus herrscht. „Lasset uns ihn lieben; denn er hat uns zuerst geliebt.“ (1. Johannes 4, 19.) In dem durch die göttliche Gnade wiedergeborenen Herzen ist Liebe die Triebfeder aller Handlungen. Sie verändert das Innere, leitet und lenkt die Beweggründe, zügelt die Leidenschaften, überwindet feindselige Stimmungen und veredelt die Gefühle. Wenn diese Liebe im Herzen gepflegt wird, verschönt sie das Leben und hat einen läuternden Einfluss auf unsere Umgebung.“ – Der Weg zu Christus, S. 41. 42. 3. Zwei Irrtümer 11.08. (Di) a. Welche gefährlichen Irrtümer werden von vielen bekennenden Christen angenommen? Philipper 3, 9; Römer 10, 3; Jakobus 2, 17. „Vor zwei Irrtümern hauptsächlich müssen sich die Kinder Gottes in acht nehmen, vor allem die, welche im Glauben an seine Gnade neu gegründet sind. Der erste schon besprochene Irrtum besteht in dem Vertrauen der Menschen auf eigene Kraft und Werke, in der Annahme, dass sie sich selbst mit Gott in Übereinstimmung bringen können. Wer durch äußeres Halten der Gebote Heiligkeit des Lebens zu erlangen sucht, versucht Unmögliches. Allen Werken, die wir ohne Christus tun, kleben Selbstsucht und Sünde an. Nur der Glaube an die Gnade Christi ist imstande, uns zu heiligen. Der andere, nicht weniger gefährliche Irrtum besteht darin, dass wir glauben, Christus habe uns vom Halten des Gesetzes Gottes befreit, und unsere Werke hätten nichts mit unserer Erlösung zu tun, da wir allein durch den Glauben der Gnade Christi teilhaftig werden können.“ – Der Weg zu Christus, S. 42. b. Wie macht die Verheißung des neuen Bundes deutlich, dass die Gnade Christi uns nicht vom Gehorsam gegenüber dem Gesetz Gottes entbindet? Hebräer 8, 10; 10, 16. „Das Gesetz Gottes ist der Ausdruck seiner wahren Natur, die Verkörperung seiner Liebe und deshalb die Grundlage seiner Herrschaft im Himmel und auf Erden. Wenn unsere Herzen nach dem Ebenbild des Allwaltenden erneuert sind, wenn ihnen die göttliche Liebe eingepflanzt ist, werden wir dann nicht das Gesetz Gottes in unserm Leben in die Tat umsetzen? Sobald diese Liebe im Herzen Wurzel gefasst hat, sobald ein Mensch nach dem Bilde seines Schöpfers erneuert ist, dann ist auch die Verheißung des Neuen Bundes zwischen Gott und den Menschen erfüllt: [Hebräer 10, 16. zitiert]. Wenn Gottes Gesetz ins Herz geschrieben ist, wird es dann nicht auch eine lebendige Gestalt in unserm Leben annehmen? Der Gehorsam, der im Dienste der Liebe und in Verbindung mit ihr steht, ist das Zeichen der Gotteskindschaft.“ – Der Weg zu Christus, S. 42. 43. „Gott fordert heute genau das, was er vom heiligen Paar in Eden forderte: vollkommenen Gehorsam seinen Forderungen gegenüber. Sein Gesetz bleibt zu allen Zeiten dasselbe. Der große Maßstab der Gerechtigkeit, dargestellt im Alten Testament, wird im Neuen Testament nicht gemindert. Es ist nicht die Aufgabe des Evangeliums, die Ansprüche des heiligen Gesetzes Gottes zu schwächen, sondern Menschen dahinzubringen, wo sie die heiligen Vorschriften des Gesetzes halten können. Der Glaube, der die Seele rettet, ist nicht der Glaube, den viele verkündigen: ‚Glaube, glaube!‘ klingt der Ruf, ‚glaube nur an Christus, und du wirst gerettet. Das ist alles, was du zu tun hast!‘ Während wahrer Glaube sich völlig auf Christus zur Errettung verlässt, wird ein solcher Glaube zu vollkommener Übereinstimmung mit Gottes Gesetz führen.“ – Bibelkommentar, S. 373. 4. Die Erlösung ist ein freies Geschenk 12.08. (Mi) a. Was wird von denen erwartet, die das ewige Leben erlangen wollen? 1. Johannes 5, 2. 3; 1. Korinther 7, 19. „Wenn wir uns [Christus] völlig weihen, wenn wir ihn als unsern Heiland annehmen, dann werden wir, mag unser Leben auch noch so sündhaft gewesen sein, um seinetwillen gerecht geachtet. Christi Wesen tritt an die Stelle unserer Wesensart; daher sind wir von Gott angenommen, und das in nicht geringerem Maße, als wenn wir nicht gesündigt hätten. Ja noch mehr, Christus erneuert das Herz; durch den Glauben schlägt er seine Wohnstätte darin auf. Durch den Glauben müsst ihr diese Verbindung mit Christus aufrechterhalten, müsst euren Willen täglich dem seinen unterwerfen. Solange ihr dies tut, wird er in euch das Wollen und das Vollbringen nach seinem Wohlgefallen wirken. Dann dürft ihr sagen: ‚Was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich in dem Glauben des Sohnes Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dargegeben.‘ Die Worte Christi an seine Jünger sind: ‚Ihr seid es nicht, die da reden, sondern eures Vaters Geist ist es, der durch euch redet.‘ (Galater 2, 20.) Arbeitet Christus an euren Herzen, dann werdet ihr den gleichen Geist offenbaren und die gleichen Werke tun: Werke der Gerechtigkeit und des Gehorsams. Wir haben nichts an uns, dessen wir uns rühmen dürfen, keine Ursache zur Selbsterhöhung. Unsere einzige Hoffnung ist die uns von Christus zugemessene Gerechtigkeit; diese schafft sein Geist, in dem er in und durch uns wirkt.“ – Der Weg zu Christus, S. 44. 45. b. Warum verfehlen manche den Weg, obwohl der Herr für alle Vorsorge getroffen hat, die Erlösung zu erlangen? Epheser 2, 8. 9; Apostelgeschichte 4, 12; Römer 9, 30-33. „Anstatt uns vom Gehorsam zu entbinden, ist es der Glaube, und zwar der Glaube allein, der uns für die Gnade Christi empfänglich und zum Gehorsam geschickt macht… Jener sogenannte Glaube an Christus, der da vorgibt, den Menschen vom Gehorsam gegenüber Gott zu entbinden, ist kein Glaube, sondern eine Anmaßung. ‚Aus Gnade seid ihr selig geworden durch den Glauben‘, aber ‚der Glaube, wenn er nicht Werke hat, ist er tot an ihm selber‘. (Epheser 2, 8; Jakobus 2, 17.) Jesus erklärte von sich selbst, ehe er auf die Erde kam: ‚Deinen Willen, mein Gott, tue ich gern, und dein Gesetz habe ich in meinem Herzen.‘ (Psalm 40, 9.) Ehe er wieder gen Himmel fuhr, erklärte er: ‚So ihr meine Gebote haltet, so bleibet ihr in meiner Liebe, gleichwie ich meines Vaters Gebote halte und bleibe in seiner Liebe.‘ (Johannes 15, 10.) Ferner sagt die Heilige Schrift: ‚An dem merken wir, dass wir ihn kennen, so wir seine Gebote halten ... Wer da sagt, dass er in ihm bleibt, der soll auch wandeln, gleichwie Er gewandelt hat.‘ (1. Johannes 2, 3. 6.) An einer andern Stelle heißt es, dass ‚Christus gelitten hat für uns und uns ein Vorbild gelassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußtapfen.‘ (1. Petrus 2, 21.)“ – Der Weg zu Christus, S. 43. 44. 5. Im Glauben beharren 13.08. (Do) a. Wie lebte der Apostel Paulus siegreich? 1. Korinther 15, 30. 31. „Durch den Glauben müsst ihr diese Verbindung mit Christus aufrechterhalten, müsst euren Willen täglich dem seinen unterwerfen. Solange ihr dies tut, wird er in euch das Wollen und das Vollbringen nach seinem Wohlgefallen wirken.“ – Der Weg zu Christus, S. 45. „Christus hat in seiner Menschheit einen vollkommenen Charakter entwickelt und diesen Charakter will er uns mitteilen. ‚Alle unsre Gerechtigkeit ist wie ein unflätig Kleid.‘ (Jesaja 64, 5.) Alles was wir in eigener Kraft tun, ist von Sünde befleckt. Aber der Sohn Gottes ‚ist erschienen, auf dass er unsere Sünden wegnähme, und ist keine Sünde in ihm.‘… Christus kam allen Ansprüchen des Gesetzes nach. Er sagte von sich selbst: ‚Deinen Willen, mein Gott, tu ich gerne, und dein Gesetz hab ich in meinem Herzen.‘ (Psalm 40, 9.) … Durch seinen vollkommenen Gehorsam hat er es jedem Menschen ermöglicht, Gottes Geboten zu gehorchen. Wenn wir uns Christo unterwerfen, so wird unser Herz mit seinem Herzen vereint, unser Wille geht in seinem Willen auf, unsere Gesinnung wird eins mit seiner Gesinnung, unsere Gedanken werden alle unter seine Herrschaft gebracht; wir leben sein Leben. Dies bedeutet, mit dem Kleide seiner Gerechtigkeit bekleidet zu sein.“ – Christi Gleichnisse, S. 309. b. Welche Freude brachte der Psalmist in seinem eigenen Leben zum Ausdruck? Psalm 119, 97. „Wenn wir vom Glauben reden, haben wir einen Unterschied zu berücksichtigen. Es gibt eine Art Glauben, die vom rechten Glauben ganz abweicht. Das Dasein und die Allmacht Gottes, die Wahrheit seines Wortes sind Tatsachen, die selbst Satan und seine Scharen nicht ableugnen können. Die Heilige Schrift sagt dazu: ‚Die Teufel glauben‘s auch, und zittern.‘ (Jakobus 2, 19.) Das ist aber kein Glaube. Wo nicht nur der Glaube an die Heilige Schrift, sondern auch der Gehorsam gegen Gottes Wort zu finden ist, wo sich die Herzen seinem Willen hingeben, wo das Dichten und Trachten des Herzens auf ihn gerichtet ist, da ist wahrer Glaube, der Glaube, der durch die Liebe wirkt und das Wesen reinigt. Durch diesen Glauben wird auch das Herz nach dem Bilde Gottes erneuert.“ – Der Weg zu Christus, S. 45. Fragen zur persönlichen Wiederholung 14.08. (Fr) 1. Beschreibe den Beweis der Bekehrung. 2. Was ist der Gegensatz zwischen dem alten und dem neuen Menschen? 3. Beschreibe zwei Gefahren, die wir im geistlichen Leben vermeiden müssen. 4. Welchen Platz hat der Gehorsam, wenn wir unter der Gnade leben? 5. Welche Gedanken, Wünsche und Motive hegen wir, wenn Jesus im Herzen wohnt? |