Hebt den Standard höher und immer höher

Im Englischen wird das Wort Standard (historisch gesehen: Standarte des Königs) auch für das Wort Banner verwendet. Als sich im Jahr 1880 Peru und Chile im Krieg befanden, gab es in der peruanischen Armee einen Hauptmann namens Alfonso Ugarte Bernal, der ein Regiment von etwa 520 Männern führte. Im Verlauf des Kampfes, genauer gesagt am 7. Juni jenes Jahres, wurde die Schlacht schlimmer als gedacht. An diesem Tag verlor dieser Hauptmann fast alle seine Männer in der Schlacht. Aber er hatte das Banner, welches die Armee als heilig ansah. Um zu vermeiden, dass die Feinde es mit Füßen traten, floh er mit dem Banner. Er wusste gar nicht, wohin er flüchtete, und so kam er schließlich an eine Küste am Pazifik, namens „El Morro“. Er konnte nicht zurück, und so galoppierte er auf seinem Pferd immer weiter, bis er in den kalten Fluten verschwand – nur um zu verhindern, dass die Feinde sein Banner an sich reißen. Nach über einem Monat Suche fand man seinen Leichnam am 16. Juli. Da war der Krieg bereits vorbei.

Welch eine wunderbare Lektion können wir von diesem jungen Mann lernen! Es gibt so viele gottlose Menschen, die bereit sind, ihr Leben für ihre Ideale zu opfern. Die Frage, die sich uns stellt, ist: Sehnen wir uns auch danach? Und sind wir entschlossen, unser Leben für Jesu Banner zu lassen? Und wenn wir das bejahen, dann stellt sich die Frage, wie viel wir bereit sind für das Werk Gottes aufzugeben? So viele sind versucht zu denken, dass Gott mit einem geteilten Dienst zufrieden ist.

Die meisten von uns haben schon oft den Vers in Matthäus 6, 33 gelesen: „Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen.“

Gott möchte, dass wir in unserem Leben das Trachten nach seinem Reich an die erste Stelle setzen. Er versichert uns, dass er uns, wenn wir es so tun, er uns alle seine Segnungen zuteil werden lassen will.
„So steckt in jeder nutzbringenden Arbeit, in jedem Bereich des Lebens, eine Lehre göttlicher Wahrheit, die wir entdecken sollten. Dann wird unser Alltag uns nicht mehr so restlos in Beschlag nehmen können, dass wir Gott darüber vergessen, sondern wir werden vielmehr ständig an unseren Schöpfer und Erlöser erinnert. Der Gedanke an Gott wird uns wie ein goldener Faden bei aller häuslichen Arbeit und im Beruf begleiten... und wir werden ständig etwas über die göttliche Wahrheit hinzulernen und mehr und mehr seinem Bild gleich werden.“ – Ein glückliches Heim, S. 91.

Diese praktischen Lehren werden uns für die himmlischen Höfe bereit machen. Damit wir also einen Platz im himmlischen Reich haben können, hat uns Jesus hohe Ziele gesetzt, die wir zu erreichen suchen sollen. „Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist.“ (Matthäus 5, 48.)

Die sichere Quelle der Unterweisung

Wir haben keine andere bessere Quelle der Belehrung als die Bibel. Der Apostel Paulus erklärt: „Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Strafe, zur Besserung, zur Züchtigung in der Gerechtigkeit, dass ein Mensch Gottes sei vollkommen, zu allem guten Werk geschickt.“ (2. Timotheus 3, 16. 17.)

Die Dienerin des Herrn sagt: „Aber Gott will ein Volk auf Erden haben, das die heilige Schrift, und nur diese allein, beibehält als Richtschnur aller Lehre und als Grundlage aller Reformen.“ – Der große Kampf, S. 596.

Lasst uns danach streben, zu diesem Volk zu gehören, während wir uns danach strecken, die christliche Vollkommenheit als unser am höchsten geschätztes Ziel zu erlangen.

Hörer allein?

Um unseren Standard zu erhöhen, müssen wir die Anweisung befolgen: „Seid aber Täter des Worts und nicht Hörer allein, wodurch ihr euch selbst betrügt.“ (Jakobus 1, 22.)
Als Jesus von der „Nur-Hörer“-Klasse sprach, verglich er sie mit törichten Menschen. Er sagte: „Und wer diese meine Rede hört und tut sie nicht, der ist einem törichten Manne gleich, der sein Haus auf den Sand baute.“ (Matthäus 7, 26.)

Das Haus hatte keinen festen Grund und stürzte ein. „...da fiel es und tat einen großen Fall.“ (Vers 27.) Versteht ihr die Wichtigkeit des Gehorsams? „Das Handeln nach den Worten und Werken Christi zeugt von der rettenden Fähigkeit eures Glaubens.“ – The Signs of the Times, 30. März 1888.
Warum handeln dann also so viele gegen das Wort Gottes? „Manche stoßen sich am Wort Gottes. Es passt nicht mit ihren Neigungen überein, und daher lehnen sie es ab, Täter des Wortes zu werden.“ – Fundamentals of Christian Education, S. 462.

„Bei vielen, die vorgeben, Christen zu sein, ist es schmerzliche Gewissheit, dass sie nicht himmelwärts voranschreiten, sondern von den Gewohnheiten und Sitten dieser Welt hinweggefegt werden. Die unschönen, ungesunden und den Naturgesetzen Gottes völlig widersprechenden Moden werden bereitwillig von ihnen angenommen. Durch das sehnliche Festhalten an diesen Moden werden sie nach dem geformt, was sie so sehr anbeten. Sie beeilen sich, den weltlichen Standard anzunehmen und sie gehen in Stolz und Mode  völlig auf. Diese Verwandlung sieht Satan natürlich gerne, und sie werden so unbeständig wie Wasser.“ – Christian Temperance and Bibel Hygiene, S. 94. 95.

Solche wagen es, mit dem weltlichen Strom zu schwimmen und vergessen, dass „sich Christen den Sitten und Gebräuchen der Welt nicht anpassen sollen.“ – Counsels on Health, S. 50.

Gottes Gunst bewahren

Es gibt nur eine Art und Weise, wie man Gottes Wohlwollen erfährt. Jesus sagte: „So ihr bleiben werdet an meiner Rede, so seid ihr meine rechten Jünger.“ (Johannes 8, 31.) Er sagte zu seinen Jüngern: „Denn ich sage euch: Es sei denn eure Gerechtigkeit besser als der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.“ (Matthäus 5, 20.) Und er fügte hinzu: „Also auch ihr; wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen ist, so sprechet: Wir sind unnütze Knechte; wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren.“ (Lukas 17, 10.) Wenn wir auch nicht mehr tun können, so erwartet Jesus, dass wir zumindest das tun, was er von uns verlangt.

Wenn wir uns selbst prüfen, werden wir feststellen, wie weit wir noch vom Himmel entfernt sind. „Unser Glaube erfordert es, dass wir den Standard erhöhen und Fortschritte machen. Die Bedingung zur Annahme von Gott ist die praktische Trennung von der Welt... Die Welt mag euch verachten, da ihr ihre Normen nicht erfüllt, nicht an ihren sinnlosen Vergnügungen teilnehmt, noch ihre verderblichen Wege geht, aber der Gott des Himmels hat euch verheißen, dass er euch annimmt und euch ein Vater sein möchte.“ – Counsels on Health, S. 51.

Welch eine wunderschöne Verheißung! Sie sollte ausreichen, um uns Mut zu machen, um gegen unsere Neigungen anzukämpfen.

Viele denken, dass sie bereits von der Welt getrennt sind, weil sie keine Gemeinschaft mehr mit ihren weltlichen Freunden pflegen, aber sie trachten immer noch nach den weltlichen Dingen und erdreisten sich sogar, ihre weltliche Erscheinung in die Gemeinde hineinzutragen.

„Im Allgemeinen erreicht die Frömmigkeit unter den bekenntlichen Christen keinen hohen Stand, und es ist für den jungen Menschen nicht leicht, den weltlichen Einflüssen, denen sie durch viele Gemeindeglieder ausgesetzt sind, zu widerstehen. Die Mehrzahl der Namenschristen lebt, obwohl sie vorgibt, für Christus zu leben, in Wirklichkeit für die Welt.“ – Counsels to Parents, Teachers, and Students, S. 326.

Aber „das Haupt der Gemeinde, das sein Volk aus der Welt erwählt hat, fordert die Trennung von der Welt. Er hat bestimmt, dass der Geist seines Gesetzes, der uns zu ihm zieht, uns von allem weltlichen Wesen trennt. Gott lieben und seine Gebote halten ist weit entfernt von der Liebe zu weltlichen Vergnügungen und von der Freundschaft der Welt.“ – Counsels to Parents, Teachers, and Students, S. 329.

„Der wahrhaft bekehrte Arbeiter in der Sabbatschule wird sich nicht gemäß der Gebräuche und Handlungen der Welt umformen lassen, sondern wird moralische Unabhängigkeit bewahren. Er wird durch seine Taten kundtun, dass er in Übereinstimmung mit seinem Bekenntnis aus der Welt ausgegangen ist und eine Trennung von ihrem Geist und ihren Moden aufrechterhält. Er wird nicht im Geringsten von seinem vorgefassten Ziel, eins mit Christo zu sein, weichen, noch wird er ein Jota von seiner Treue gegen Gott abweichen, die im Gegensatz zu Stolz und zu Nachsicht in selbstischem Vergnügen steht. Er wird die Geldmittel nicht für Selbstbefriedigung oder für äußere Zurschaustellung ausgeben, sondern wird ein Vorbild in allen Dingen sein, im Geist, im Benehmen und in der Kleidung.“ – Ratschläge für das Sabbatschulwerk, S. 76.

„Die Gemeinde des Herrn soll das sein, wozu sie bestimmt ist, ein Repräsentant der Familie Gottes in einer anderen Welt.“ – Selected Messages, Bd. 3, S. 17.

Zusammenfassung

„Diese [weltlichen] Dinge trennen Gott von seinem Volk und verbergen die Bundeslade vor ihnen. [Das moderne] Israel ist blind gegenüber dem Stolz, den Moden und der Gleichförmigkeit mit der Welt, die sich in seiner Mitte breit machen. Jeden Monat machen sie Fortschritte im Stolz, im Geiz, in der Selbstsucht und Liebe zur Welt... Und sobald jemand den geringsten Wunsch hat, die Moden der Welt nachzuahmen, und dieses Verlangen nicht sofort unterdrückt, hört Gott auf, ihn als sein Kind anzuerkennen.“ – Zeugnisse, Bd. 1, S. 155.

Gott spricht zu jedem Einzelnen von uns. Es ist nicht unbedeutend, wenn wir die weltlichen Gebräuche hegen und somit Satan huldigen. Lasst uns sowohl jeder persönlich als auch als Gemeinde den Standard erhöhen, um Jesus nicht aus unserem Leben zu entfernen. Möge Gott uns alle segnen!

Nach oben