Jenseits des Unmöglichen LEITTEXT: „Und bin desselben in guter Zuversicht, dass, der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird‘s auch vollführen bis an den Tag Jesu Christi.“ (Philipper 1, 6.) Zum Lesen empfohlen: Zeugnisse, Band 5, S. 274-278. „Führt der sündenmüden Seele, die nicht weiß, wo sie Erlösung finden soll, den mitleidsvollen Heiland vor. Nehmt sie bei der Hand, richtet sie auf, redet Worte der Ermutigung und Hoffnung zu ihr. Lasst sie die Hand des Heilandes ergreifen.“ – In den Fußspuren des großen Arztes, S. 173. 1. Sanfte Zuversicht 27.09. (So) a. Wie können wir durch den Gruß des Paulus aus einem römischen Kerker inspiriert werden? Philipper 1, 1-5. „Wie an die Kolosser, schrieb Paulus auch an die Philipper einen Brief, während er sich als Gefangener in Rom befand.“ – Das Wirken der Apostel, S. 473. „Paulus schrieb an diese Brüder als ‚Geheilte in Christo Jesu‘; aber er schrieb nicht an solche, die vollkommen am Charakter waren. Er schrieb an sie als an Männer und Frauen, welche gegen die Versuchung ankämpften und in Gefahr waren, zu fallen. Er verwies sie auf den ‚Gott des Friedens, der von den Toten ausgeführt hat den großen Hirten der Schafe‘. Er versicherte sie, dass ‚durch das Blut des ewigen Testaments‘ er euch fertig machen wird, ‚in allem guten Werk zu tun seinen Willen, der schaffe in euch, was vor ihm gefällig ist durch Jesum Christ‘. Wenn jemand, der gefehlt hat, seinen Irrtum einsieht, so seid sorgfältig, seine Selbstachtung nicht zu zerstören. Entmutigt ihn nicht durch Gleichgültigkeit oder Misstrauen. Sagt nicht: ‚Ehe ich ihm mein Vertrauen schenke, will ich warten um zu sehen, ob er auch aushält.‘ Oft kommen die Versuchten durch dieses Misstrauen zum straucheln… Wir werden zu leicht entmutigt über die Seelen, bei denen wir nicht sofort einen Erfolg unserer Bemühungen sehen. Wir sollten niemals aufhören für eine Seele zu arbeiten, so lange noch die geringste Hoffnung ist.“ – In den Fußspuren des großen Arztes, S. 172. 173. 2. Der Kraft Gottes vertrauen 28.09. (Mo) a. Wie kann unsere Haltung gegenüber unseren fehlerhaften, irrenden Mitmenschen die Tiefe unseres Glaubens an die Kraft Gottes offenbaren? Philipper 1, 6-8. „Wir sollten versuchen, die Schwächen anderer zu verstehen. Wir wissen wenig von den Prüfungen solcher, die mit Ketten der Finsternis gebunden waren und denen Entschlossenheit und moralische Kraft fehlt. Am bedauernswertesten ist der Zustand dessen, der unter der Reue leidet; er ist wie ein Betäubter und Schwankender, der in den Staub sinkt. Er kann nichts klar sehen. Sein Verstand ist verdunkelt, er weiß nicht, welche Schritte er nehmen soll. Manche arme Seele ist missverstanden, nicht gewürdigt, voller Kummer und Angst – ein verlorenes, irrendes Schaf. Sie kann Gott nicht finden und hat doch ein brennendes Verlangen nach Vergebung und Frieden. O, redet kein Wort, welches tieferen Schmerz verursacht… Kostbare Seelen haben unserem Erlöser einen zu hohen Preis gekostet, um leichtfertig der Macht des Versuchers überlassen zu werden… Wir müssen uns selbst an die Stelle des Versuchten versetzen. Betrachtet die Macht angeerbter Fehler, den Einfluss böser Gemeinschaft und Umgebung, die Macht schlechter Gewohnheiten. Können wir uns wundern, dass unter solchen Einflüssen viele herunterkommen? Können wir uns wundern, dass unsere Bemühungen zu ihrer Aufrichtung nur langsam Erfolg haben? Oft werden solche, die rau und hoffnungslos erscheinen, wenn sie für das Evangelium gewonnen werden, zu seinen treuesten Anhängern und Vertretern. Sie sind nicht grundverdorben. Unter dem abschreckenden Äußeren ruhen gute Regungen, welche erreicht werden können. Viele würden ohne eine hilfreiche Hand sich niemals von selbst aufrichten können, aber durch geduldige, ausdauernde Bemühungen mögen sie aufgerichtet werden. Solche Seelen bedürfen sanfter Worte, freundlicher Beachtung, fühlbarer Hilfe. Sie bedürfen solchen Rates, der nicht den schwachen Funken von Hoffnung in der Seele auslöscht.“ – In den Fußspuren des großen Arztes, S. 173. 174. b. Mit welchen Zielen sollten wir Gottes Wort studieren? Philipper 1, 9-11. „Nutzt jedes Gnadenmittel sorgfältig aus, damit die Liebe Gottes in der Seele reichlich vorhanden ist, ‚dass ihr prüfen möget, was das Beste sei, auf dass ihr seid lauter und unanstößig auf den Tag Christi, erfüllt mit Früchten der Gerechtigkeit.‘ Euer christliches Leben muss stark und kräftig werden. Ihr könnt den hohen Standard erreichen, den euch die Bibel vor Augen führt, ihr müsst ihn sogar erreichen, wenn ihr Gottes Kinder sein wollt. Ihr könnt nicht stillstehen; entweder ihr geht voran, oder ihr fallt zurück.“ – Zeugnisse, Band 5, S. 275. 3. Das große Ganze sehen 29.09. (Di) a. Beschreibe, wie Gott oft Verfolgung und Schwierigkeiten gebraucht, um seine wunderbare Botschaft der Liebe und Gnade zu verbreiten. Philipper 1, 12-14. „Daher war auch nicht zu erwarten, dass Paulus als ein armer Gefangener ohne Freunde imstande sein würde, die Aufmerksamkeit der wohlhabenden und einflussreichen Kreise Roms auf sich zu ziehen. Ihnen zeigte sich die Weltstadt mit ihren Lastern von der verlockendsten Seite, und sie ließen sich widerstandslos gefangennehmen. Aber jene, die das Opfer von Willkür und Bedrückung waren, die hart arbeiten mussten und Not litten oder als Sklaven ihr Leben fristeten, lauschten freudig den Worten des Paulus. Sie fanden im Glauben an Christus eine Hoffnung und einen Frieden, der sie trotz ihres beschwerlichen Loses froh werden ließ. Wenn auch das Werk des Apostels zunächst unter den Einfachen und Bedrückten seinen Anfang nahm, gewann es doch immer mehr Einfluss, der schließlich sogar den Palast des Kaisers erreichte.“ – Das Wirken der Apostel, S. 457. „Die Gnade Gottes stärkte Paulus in seiner Gefangenschaft und gab ihm die Möglichkeit, sich selbst in der Trübsal zu freuen. Voller Glauben und Zuversicht schrieb er seinen Brüdern zu Philippi, dass auch seine Gefangenschaft zur Förderung des Evangeliums gedient habe… Diese Erfahrung des Apostels birgt auch für uns eine Lehre; denn sie offenbart, wie Gott wirkt. Der Herr kann in Sieg verwandeln, was uns wie Misserfolg und Niederlage erscheint. Wir stehen in Gefahr, Gott zu vergessen und nur auf das Sichtbare zu blicken, anstatt im Glauben auf das Unsichtbare zu schauen. Bricht Unglück oder Missgeschick über uns herein, so sind wir schnell dabei, Gott zu beschuldigen, dass er uns vernachlässige oder grausam sei. Hält er es für angebracht, unsere Brauchbarkeit in irgendeiner Hinsicht zu beschneiden, so klagen wir nur darüber, ohne zu bedenken, dass Gott auch auf diese Weise zu unserem Besten wirken könnte. Wir müssen lernen, dass die Züchtigung ein Teil des großen göttlichen Planes ist und dass der von Trübsal geschlagene Christ zuweilen mehr für seinen Meister zu tun vermag, als wenn er sonst für ihn wirkt.“ – Das Wirken der Apostel, S. 475. 476. b. Woran sollten wir uns erinnern, wenn wir versucht sind, über die ungewöhnlichen Wege, auf denen die Samen der Wahrheit gesät werden können, enttäuscht zu sein? Philipper 1, 15-18. „Durch die Bemühungen des Teufels den unvergänglichen Samen zu vernichten, wird das Wort Gottes, das da ewiglich bleibt, in die Herzen der Menschen gesenkt (1. Petrus 1, 23); durch die Schmähungen und Verfolgungen der Kinder Gottes wird Jesu Name verherrlicht, und Seelen werden gerettet. Groß wird im Himmel die Belohnung derjenigen sein, die trotz Verfolgungen und Schmähungen für Christus zeugten.“ – Das bessere Leben, S. 32. 4. Die Ewigkeit im Blick haben 30.09. (Mi) a. Warum können wir durch das erstaunliche Zeugnis des Paulus inspiriert werden? Galater 6, 14; Philipper 1, 19-21. „Dem Herzen Jesu am nächsten stehen wird, wer hier auf Erden am meisten von Christi aufopfernder Liebe in sich aufgenommen hat, von der es heißt: ‚Die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie blähet sich nicht, sie stellt sich nicht ungebärdig, sie suchet nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu.‘ (1. Korinther 13, 4. 5.) Diese Liebe treibt den Jünger an – wie sie auch unseren Herrn bewogen hat –, alles hinzugeben, zu leben, zu wirken und sich aufzuopfern, ja selbst den Tod zu erleiden, um die Menschheit zu retten. Das Leben des Apostels Paulus ist beispielhaft für diesen Geist. Er schreibt: ‚Christus ist mein Leben‘, weil er durch sein Leben Christus den Menschen offenbart, „und Sterben ist mein Gewinn“ – Gewinn für Christus. (Philipper 1, 21.) Selbst der Tod würde die Macht der göttlichen Gnade bekunden und dem Herrn Seelen zuführen. Sein Wunsch war, dass ‚Christus verherrlicht werde an meinem Leibe, es sei durch Leben oder durch Tod‘. (Philipper 1, 20.)“ – Das Leben Jesu, S. 540. 541. „Paulus war ein lebendes Beispiel dessen, was jeder wahre Christ sein sollte. Er lebte zur Ehre Gottes… Er, der einst ein Verfolger Christi war, indem er Christi Nachfolgern nachstellte, verkündet jetzt der Welt die Nachricht vom Kreuz Christi. Das Herz des Paulus brannte mit Liebe für Seelen und er bot all‘ seine Energien zur Bekehrung von Menschen auf. Es gab nie zuvor einen selbstloseren, ernsteren, ausdauernderen Arbeiter als ihn. Christus war sein Leben; er wirkte die Werke Christi. Alle Segnungen, die er empfing, schätzte er hoch ein, wie auch viele Vorteile, die er zum Segen anderer gebrauchte.“ – Bibelkommentar, S. 426. „‚Denn Christus ist mein Leben‘, sagte [Paulus]. Dies ist in der ganzen Heiligen Schrift die einzige, mit wenigen Worten ausgedrückte, vollkommenste Beschreibung eines Christen. Darin liegt die ganze Wahrheit des Evangeliums.“ – Bibelkommentar, S. 439. b. Welche Sichtweise sollten wir hinsichtlich unserer Pflichten hier auf der Erde in Erwartung der Wiederkunft Christi haben? Philipper 1, 22-24; 2. Timotheus 4, 8; Johannes 14, 3. „Der große Lohn zum Abschluss wird zwar erst beim Kommen Jesu ausgeteilt, doch bereits in diesem Leben bringt jeder aufrichtige Dienst für Gott einen Lohn. Hindernissen, Widerstand und herbe Entmutigung wird jedem Mitarbeiter begegnen. Vielleicht sieht er nicht einmal Früchte seiner harten Arbeit. Trotz alledem findet er in seinem Dienst eine gesegnete Entschädigung. Denn alle, die sich Gott zu selbstlosem Dienst für die Menschen zur Verfügung stellen, wirken mit dem Herrn der Herrlichkeit zusammen. Dieser Gedanke versüßt all die Mühe, stärkt den Willen und gibt dem Geist neuen Mut, komme, was da wolle.“ – Im Dienst für Christus, S. 328. 329. 5. Durch den Glauben gestärkt 01.10. (Do) a. Wie kann die Haltung des Paulus in uns Hoffnung hervorrufen? Philipper 1, 25-28. „Gottes treue Boten sollen unbeirrt ihre Arbeit fortsetzen. Angetan mit der Rüstung des Himmels, sollen sie furchtlos und sieghaft vorwärtsschreiten und den Kampf erst aufgeben, wenn jede Seele innerhalb ihres Wirkungsbereichs die Botschaft der Wahrheit für diese Zeit empfangen hat.“ – Das Wirken der Apostel, S. 219. b. Wie stärkt uns das Beispiel Christi? Philipper 1, 29. 30; Jesaja 53, 8-11. „Was hielt den Sohn Gottes in den Stunden seiner Überantwortung und seines Verhörs aufrecht? Er sah [Frucht] von der Mühsal seiner Seele und wurde gesättigt. Er durfte einen Blick in die unermessliche Ewigkeit tun und das Glück derer schauen, die durch seine Demütigung Vergebung und ewiges Leben empfangen sollten. Er wurde um ihrer Übertretungen willen verwundet und um ihrer Missetaten willen zerschlagen. Die Strafe zu ihrem Frieden lag auf ihm, und durch seine Striemen wurden sie geheilt. Sein Ohr vernahm das Jauchzen der Erlösten. Er hörte die von der Erde Erkauften das Lied des Mose und des Lammes singen. Wir müssen uns eine Vorstellung von der Zukunft und der Glückseligkeit des Himmels machen, uns an die Schwelle der Ewigkeit versetzen und hören, wie gnädig diejenigen willkommen geheißen werden, die in diesem Leben mit Christo zusammengearbeitet und es für ein Vorrecht und für eine Ehre erachtet haben, um seinetwillen zu leiden…. Dort begrüßen die Erlösten die, von denen sie einst zu dem erhöhten Heiland gebracht wurden. Sie vereinigen sich, um den zu preisen, welcher starb, damit menschliche Wesen das Leben haben möchten, das aus Gott ist. Der Kampf ist vorüber. Alle Trübsal, aller Streit hat ein Ende. Siegeslieder erfüllen den Himmel, und die Erlösten umstehen Gottes Thron.“ – Zeugnisse, Band 8, S. 52. Fragen zur persönlichen Wiederholung 02.10. (Fr) 1. Warum müssen wir bei gestrauchelten Seelen ausdauernd sein, solange sie einen Schimmer von Hoffnung zeigen? 2. Wie oft habe ich hartnäckige, irrende Seelen gesehen, die verändert wurden? 3. Wie kann Gott unsere Prüfungen gebrauchen, um seinen guten Zweck zu erfüllen? 4. Beschreibe, was im Wesentlichen das Motto im Leben des Paulus war. 5. Auf welche Weise sollte ich das Leben des Paulus und vor allem das Leben Christi besser widerspiegeln? |