3. Lektion Sabbat, den 17. Oktober 2026


Das Verlangen, Jesu besser kennenzulernen

LEITTEXT: „Zu erkennen ihn und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden, dass ich seinem Tode ähnlich werde, damit ich gelange zur Auferstehung der Toten.“ (Philipper 3, 10. 11.)

Zum Lesen empfohlen: Zeugnisse, Band 3, S. 27-37.
Die Geschichte der Erlösung, S. 297-301.

„Wenn der Bibelleser den Erlöser erschaut, bricht in seiner Seele die geheimnisvolle Kraft des Glaubens, der Anbetung und der Liebe auf. Sein Blick ist auf die Erscheinung Christi geheftet, und der Schauende wächst zum Ebenbild dessen heran, den er verehrt.“ – Erziehung, S. 177.

1. Gerechtigkeit durch den Glauben 11.10. (So)

a. Wie hebt Paulus die Notwendigkeit des Glaubens an Christus hervor, ohne auf vermeintliche Verdienste des Fleisches zu vertrauen? Philipper 3, 1-3.

„Je näher wir zu Jesu kommen und je klarer wir die Reinheit seines Charakters erkennen, desto klarer werden wir die außerordentliche Sündigkeit der Sünde begreifen und um so weniger werden wir geneigt sein, uns zu erheben…
Keiner der Apostel oder Propheten hat jemals behauptet, ohne Sünde zu sein. Menschen, die Gott am nächsten lebten, die lieber ihr Leben opferten, als wissentlich eine ungerechte Handlung zu begehen, Menschen, die Gott durch Mitteilung seiner Kraft geehrt hat, haben die Sündigkeit ihrer eigenen Natur bekannt. Sie haben kein Vertrauen in Fleisch gesetzt, haben keine eigene Gerechtigkeit beansprucht, sondern sich einzig und allein auf die Gerechtigkeit Christi verlassen. So wird es mit allen sein, die auf Christum blicken.
Bei jedem weiteren Schritt in unserer Erfahrung wird unsere Buße eine tiefere. Solchen, denen der Herr vergeben hat und die er als die Seinen anerkennt, sagt er: ‚Alsdann werdet ihr an euer böses Wesen gedenken und eures Tuns, das nicht gut war, und wird euch eure Sünde und Abgötterei gereuen.‘ (Hesekiel 36, 31) … Dann werden unsere Lippen sich nicht zur Selbstverherrlichung öffnen. Wir werden wissen, dass wir nur in Christo volle Genüge haben.“ – Christi Gleichnisse, S. 158. 159.

2. Freude im Dienst für Christus 12.10. (Mo)

a. Beschreibe die frühere Haltung des Paulus, bevor er zu Christus bekehrt wurde. Philipper 3, 4-6.

„In den theologischen Schulen Judäas war das Wort Gottes zugunsten menschlicher Spekulationen beiseitegesetzt worden. Die Auslegungen und Überlieferungen der Rabbiner hatten es seiner Kraft beraubt. Ehrgeiz, Herrschsucht, eifersüchtige Rechthaberei, Blindgläubigkeit und verächtlicher Stolz waren die Triebfedern und hervorstechenden Züge bei diesen Lehrern. Nicht nur den Angehörigen anderer Nationen, sondern auch der Masse ihres eigenen Volkes gegenüber taten sich die Rabbis etwas auf ihre Überlegenheit zugute. In ihrem wilden Hass gegen die römischen Unterdrücker waren sie fest entschlossen, die nationale Oberhoheit mit Waffengewalt wieder zu erlangen. Die Nachfolger Jesu, deren Friedensbotschaft ihren ehrgeizigen Machenschaften so entgegenstand, hassten und töteten sie. Bei dieser Verfolgung tat sich Saulus durch besondere Härte und Unerbittlichkeit hervor.“ – Erziehung, S. 57. 58.

b. Was erklärt Paulus über die große Freude völliger Hingabe an Jesus? Philipper 3, 7. 8.

„Die Apostel hielten ihr Leben selbst nicht für so teuer. Sie waren fröhlich, dass man sie für würdig erachtet hatte, um Christi willen Schmach zu leiden. Paulus und Silas verloren ihre gesamte Habe. Man geißelte sie und warf sie wenig freundlich unter erheblichen Schmerzen auf den kalten Boden des Gefängnisses; ihre Füße hob man hoch und legte sie in den Stock. Erreichten nun Murren und Klagen das Ohr des Kerkermeisters? Oh nein! Die Stille der Mitternacht wurde von Gesängen der Freude und des Lobes Gottes unterbrochen, die aus dem innersten Gefängnis drangen. Durch die tiefe und ernste Liebe zur Sache ihres Erlösers, für die sie litten, wurden diese Jünger getröstet.
Sobald Gottes Wahrheit unser Herz erfüllt, unsere Neigungen völlig in Anspruch nimmt und unser Leben beherrscht, werden auch wir es für eine Freude ansehen, um der Wahrheit willen zu leiden. Dann können uns weder Gefängnismauern noch Scheiterhaufen an der Evangeliumsverkündigung hindern.
Denkt an das demütige Leben des Sohnes Gottes! ‚Er war ... voller Schmerzen und Krankheit.‘ Schaut auf seine Schmach und auf seinen Todeskampf in Gethsemane und lernt, was es heißt, sich selbst zu verleugnen! Leiden wir Mangel so wie Christus, des Himmels Majestät? Doch er war um unsertwillen arm geworden. Zählen wir zu den Reichen, so wie er? Doch er hatte eingewilligt, um unsertwillen arm zu werden, damit wir durch seine Armut reich würden. Christus gab uns ein Beispiel der Selbstverleugnung.“ – Zeugnisse, Band 3, S. 429.

3. Die wahre Erfahrung 13.10. (Di)

a. Welches Ziel des Paulus sollten wir heute eifrig widerspiegeln? Philipper 3, 9.

„Der wahre Zeuge sagt: ‚Ich rate dir, dass du Gold von mir kaufest, das mit Feuer durchläutert ist, dass du reich werdest, und weiße Kleider, dass du dich antust und nicht offenbar werde die Schande deiner Blöße.‘ Worin besteht die Schande dieser Blöße und der Armut? Es ist die Schande, wenn wir uns mit Selbstgerechtigkeit bekleiden und von Gott trennen, wohingegen er doch reichliche Vorkehrungen für alle getroffen hat, dass wir seine Segnungen empfangen können.“ – Bibelkommentar, S. 520.
„Die Seele, die Gott liebt, erhebt sich über den Nebel des Zweifels; sie durchläuft eine glänzende, große, tiefe und lebendige Erfahrung, wird sanftmütig und Christus ähnlich. Die Seele ist Gott anvertraut, verborgen mit Christus in Gott. Sie vermag, die Prüfung der Vernachlässigung, der Misshandlung und Verachtung zu bestehen, weil ihr Erlöser all‘ dies erlitten hat. Sie wird nicht verdrießlich und entmutigt, wenn Schwierigkeiten sie bedrängen, weil Jesus weder versagte noch sich entmutigen ließ. Jeder wahre Christ wird stark sein, nicht in der Kraft und dem Verdienst seiner guten Werke, sondern in der Gerechtigkeit Christi, die ihm im Glauben verliehen wird. Es ist etwas Großartiges, von Herzen sanftmütig und demütig, rein und unbefleckt zu sein, so wie der Fürst des Himmels es war, als er unter den Menschen lebte.“ – Bibelkommentar, S. 444. 445.

b. Erkläre den Schwerpunkt des wahren christlichen Lebens. Philipper 3, 10. 11; 1. Petrus 2, 21.

„[Die Apostel] wiesen durch Selbstverleugnung und Kreuztragen auf den lebendigen Weg hin. Sie folgten dem Heiland in seinen Leiden nach, und ihr größter Wunsch war, Jesum Christum, den Gekreuzigten, zu erkennen. Sie waren nicht auf ihre Bequemlichkeit bedacht noch erachteten sie ihr Leben für zu teuer. Sie lebten nicht, um sich zu vergnügen, sondern um Gutes zu tun und Seelen zu retten, für die Christus starb.“ – Zeugnisse, Band 3, S. 32.
„Gemeinschaft mit Christo, persönliche Berührung mit einem lebendigen Heiland, befähigt Gemüt, Herz und Seele, über die niedrige Natur zu triumphieren. Erzählt dem verirrten Wanderer von einer allmächtigen Hand, die ihn aufrecht erhalten wird, von der unendlichen Menschenliebe Christi, die auch mit ihm fühlt. Es genügt nicht, dass er an das Dasein eines Gesetzes und einer Gewalt glaubt, an etwas, das kein Mitleid mit ihm haben und den Hilferuf der menschlichen Seele nicht hören kann. Er muss eine warme Hand drücken, einem liebevollen Herzen vertrauen können. Helft ihm an dem Gedanken festzuhalten, dass Gott ihm immer zur Seite ist und immer mit mitleidsvoller Liebe auf ihn blickt. Lehrt ihn an ein Vaterherz zu denken, das immer über Sünde trauert; an eine Vaterhand, die sich beständig nach ihm ausstreckt“ – Christi Gleichnisse, S. 383. 384.

4. Ausharren in der Versuchung 14.10. (Mi)

a. Wie beschreibt Paulus die beständige, tägliche Berufung eines jeden Nachfolgers Christi? 2. Korinther 7, 1; Philipper 3, 12-14; 1. Korinther 15, 31.

„Es besteht ein auffallender Gegensatz zwischen der prahlerischen, selbstgerechten Behauptung derer, die behaupten, ohne Sünde zu sein, und der bescheidenen Aussage des Apostels. Doch es war die Reinheit und Glaubenstreue seines Lebens, die seinen Ermahnungen an die Brüder solche Macht verlieh.“ – Biblische Heiligung, S. 55.
„O dass doch jeder einzelne das himmlische Geschenk wählen und ein Erbe Gottes werden möchte, der das Erbe empfängt, das auf ewig vor allen Zerstörern sicher ist. Bitte, wählt doch nicht die Welt, sondern das bessere Erbe! Drängt voran, bahnt euch einen Weg zum Ziel, damit ihr den Siegespreis eurer Berufung in Jesus Christus erhaltet!“ – Fundamentals of Christian Education, S. 235.
„Wir wissen an keinem Tage, wie heftig unser Kampf morgen oder übermorgen sein wird. Satan lebt und wirkt. Um ihm widerstehen zu können, müssen wir Gott jeden Tag ernstlich um Hilfe und Kraft bitten. Denn solange Satan herrscht, werden wir damit zu tun haben, uns selbst zu bezwingen und Gewohnheitssünden zu überwinden. Nie wird es für uns einen Ruhepunkt geben, an dem wir sagen können, dass wir das Ziel endgültig erreicht haben…
Christliches Leben heißt stetiges Vorwärtsschreiten. Durch Jesum Christum wird sein Volk gereinigt und geläutert werden. Aber erst wenn sich sein Wesen gänzlich in ihnen widerspiegelt, sind sie vollkommen und heilig und bereit für die Verwandlung.“ – Zeugnisse, Band 1, S. 362.

b. Welche körperliche Versuchung ist oft eine geistliche Falle? Philipper 3, 18. 19.

„Selbstverleugnung und eine Einschränkung der tierischen Begierden sind notwendig, um einen verbesserten Zustand von Gesundheit und Moral zu fördern und zu festigen sowie die verdorbene Gesellschaft zu reinigen. Jede Übertretung von Grundsätzen im Essen und Trinken stumpft die Wahrnehmungsfähigkeiten ab… Mäßigkeit in allen Dingen ist sowohl für die Gesundheit als auch für die Entwicklung und das Wachstum eines guten christlichen Charakters notwendig.
Diejenigen, die die Gesetze Gottes in ihrem eigenen Körper übertreten, werden ebenso geneigt sein, das vom Sinai verkündete Gesetz Gottes zu übertreten. Wer, nachdem ihm Licht gegeben wurde, nicht aus Grundsatz isst und trinkt, sondern sich vom Appetit beherrschen lässt, wird auch in anderen Dingen nicht standhaft darin sein, sich von Grundsätzen leiten zu lassen. Das Thema der Reform im Essen und Trinken wird den Charakter entwickeln und unfehlbar diejenigen ans Licht bringen, die sich einen ‚Gott aus ihrem Bauch‘ machen.“ – Counsels on Health, S. 38. 39.

5. Ein anderes Bürgerrecht 15.10. (Do)

a. Welcher Appell und welche Verheißung fordern heute unsere Herzen heraus? Philipper 3, 20. 21.

„So sind die Kinder Gottes – das wahre Israel –, obwohl zerstreut unter allen Völkern, auf Erden nur Wanderer, deren Bürgerrecht im Himmel ist.“ – Patriarchen und Propheten, S. 428.
„Liebe Geschwister! Glauben wir von ganzem Herzen, dass Christus bald kommt, und dass wir die letzte Gnadenbotschaft haben, die je einer schuldigen Welt gegeben werden wird? Ist unser Beispiel, wie es sein sollte? Zeigen wir durch unser Leben und unseren heiligen Wandel denen um uns herum, dass wir auf die herrliche Erscheinung unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi warten, der unseren nichtigen Leib verklären und ihn seinem verklärten Leibe ähnlich machen wird? Ich fürchte, dass wir diese Dinge nicht so glauben und uns klar machen, wie wir sollten. Diejenigen, die der wichtigen Wahrheit, die wir bekennen, glauben, sollten nach ihrem Glauben handeln. Es wird zu viel nach Vergnügungen und Dingen, welche die Aufmerksamkeit dieser Welt in Anspruch nehmen, getrachtet; die Gedanken sind zu viel auf die Kleidung gerichtet, und die Zunge wird zu oft zu leichtsinnigen, unnützen Reden gebraucht, welche unser Bekenntnis Lügen strafen, denn unser Wandel ist nicht im Himmel, von dannen wir des Heilandes warten.
Engel umgeben und bewachen uns; aber wir betrüben sie oft, indem wir uns unnützen Unterhaltungen, Scherzen und Tändeleien hingeben und auch, wenn wir in einen sorglosen, gleichgültigen Zustand verfallen. Obgleich wir hin und wieder eine Anstrengung machen mögen, den Sieg zu erlangen, ihn aber doch nicht ergreifen, sondern in denselben nachlässigen, gleichgültigen Zustand zurückfallen, unfähig, die Versuchungen zu überwinden und dem Feind zu widerstehen, so werden wir nicht die Prüfung unseres Glauben bestehen, die köstlicher ist als Gold. Wir leiden nicht um Christi willen und rühmen uns nicht der Trübsale.
Hier ist ein großer Mangel an christlicher Festigkeit, Gott aus Grundsatz zu dienen. Wir sollten nicht suchen, uns selbst zu gefallen, sondern Gott zu ehren und zu verherrlichen, und in allem, was wir tun und sagen, seine Ehre im Auge haben.“ – Erfahrungen und Gesichte, S. 103. 104.

Fragen zur persönlichen Wiederholung 16.10. (Fr)

1. Was wird mich davor bewahren, mich selbst zu erhöhen?
2. Beschreibe die erstaunliche Charakterverwandlung des Paulus.
3. Was sollte der Schwerpunkt meines Lebens sein?
4. Wie wirkt sich übermäßige Nachgiebigkeit gegenüber dem Appetit auf mein geistliches Leben aus?
5. Welche Fallstricke könnten mein christliches Wachstum behindern?

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