Für die Verlorenen wirken LEITTEXT: „Des seid ihr Zeugen und Gott, wie heilig und gerecht und unsträflich wir bei euch, die ihr gläubig waret, gewesen sind… und bezeugt haben, dass ihr wandeln solltet würdig vor Gott, der euch berufen hat zu seinem Reich und zu seiner Herrlichkeit.“ (1. Thessalonicher 2, 10. 12.) Zum Lesen empfohlen: Das Wirken der Apostel, S. 345-356. „Paulus war ein Erzieher. Er predigte das Evangelium mit seiner Stimme, und in seiner gekonnten Arbeit predigte er es mit seinen Händen.“ – The Review and Herald, 6. März, 1900. 1. Der hingegebene Unterhirte 22.11. (So) a. Wie zeigt der einfache einleitende Gruß des Paulus an die Thessalonicher die Tiefe seiner liebevollen Fürsorge für die Herde? 1. Thessalonicher 1, 1-4. „Aus der Wurzel wahrer Demut entspringt die kostbarste Größe des Geistes – eine Größe, die Menschen dazu führt, sich dem Bild Christi anzupassen. Diejenigen, die diese Größe besitzen, gewinnen Geduld und Vertrauen auf Gott. Ihr Glaube ist unüberwindlich. Ihre wahre Weihe und Hingabe halten das Ich im Verborgenen. Die Worte, die von ihren Lippen kommen, werden zu Ausdrücken christusähnlicher Zärtlichkeit und Liebe geformt. Im Bewusstsein ihrer eigenen Schwachheit schätzen sie die Hilfe, die der Herr ihnen gibt, und sie verlangen nach seiner Gnade, damit sie das tun können, was recht und wahr ist. Durch ihr Verhalten, ihre Haltung und ihren Geist tragen sie die Kennzeichen von Lernenden in der Schule Christi.“ – That I May Know Him, S. 37. b. Wie ähnelt der Appell des Apostels Petrus dem des Paulus? 1. Petrus 5, 2. 3. „Alle, die zu Unterhirten berufen sind, sollen mit Fleiß über die Herde des Herrn wachen; nicht diktatorisch sondern in einer Weise, die ermutigt, stärkt und erbaut. Der Predigtdienst erfordert weit mehr als nur predigen; er verlangt ernste, persönliche Arbeit.“ – Das Wirken der Apostel, S. 523. 524. 2. In der Kraft des Geistes 23.11. (Mo) a. Was können wir alle sowohl von den Aposteln als auch von den Bekehrten in Thessalonich lernen, damit sich die Wahrheit verbreiten kann? 1. Thessalonicher 1, 5-8. „Es soll mehr Verlangen gezeigt werden, den Heiligen Geist als Lehrer anzunehmen.“ – Medical Ministry, S. 307. „Das Werk des Heiligen Geistes muss das verfinsterte Verständnis erleuchten, das selbstsüchtige, steinerne Herz erweichen, um den empörerischen Übertreter zu unterwerfen und ihn vor dem verderblichen Einfluss der Welt zu bewahren. Christi Gebet für seine Jünger lautete: ‚Heilige sie in deiner Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit.‘ Das Schwert des Geistes, das Wort Gottes, verletzt das Herz des Sünders und zerreißt es. Wird die Theorie der Wahrheit wiederholt, ohne dass ihr heiliger Einfluss vom Herzen des Sprechers empfunden wird, macht sie keinen Eindruck auf die Hörer, sondern wird als Irrtum verworfen, während der Sprecher selbst sich für den Verlust von Seelen verantwortlich macht. Wir müssen sicher sein, dass unsere Prediger bekehrte, demütige, sanftmütige und von Herzen bescheidene Männer sind.“ – Zeugnisse, Band 4, S. 479. „Gott hat seinen Predigern die Verkündigung der Wahrheit aufgetragen. Die Gemeinden sollen sie annehmen und in jeder nur möglichen Weise weitergeben, indem sie Lichtstrahlen aufnehmen und verbreiten.“ – Zeugnisse, Band 6, S. 422. b. Wie war die Verwandlung der neuen Gläubigen ein Zeugnis für die Welt und ein Bild dessen, was sich heute wiederholen soll? 1. Thessalonicher 1, 9. 10; Jesaja 56, 6. 7. „Lebendige Kraft muss die Botschaft vom zweiten Erscheinen Christi begleiten. Wir dürfen nicht eher ruhen bis wir sehen, dass sich viele Herzen zu der gesegneten Hoffnung der Wiederkunft des Herrn wenden. In den Tagen der Apostel richtete die von ihnen getragene Botschaft ein wirkliches Werk aus, indem sich Menschen von den Götzen abwendeten, um dem lebendigen Gott zu dienen. Die Arbeit, die heute zu tun ist, ist genauso wirklich und die Wahrheit ist heute genauso viel Wahrheit wie damals. Nur ist es notwendig, die Botschaft mit viel mehr Ernsthaftigkeit zu verkündigen, da das Kommen des Herrn näher ist. Die Botschaft für diese Zeit ist positiv, einfach und von der tiefsten Bedeutung. Wir müssen wie Menschen handeln, die das glauben. Warten, wachen, arbeiten, beten, die Welt warnen – das ist unsere Aufgabe. ... Der ganze Himmel ist in Bewegung und mit der Vorbereitung des Tages des Zornes Gottes, des Tages der Befreiung Zions, beschäftigt. Die Zeit des Abwartens ist beinahe beendet. Die Pilger und Fremdlinge, die so lange nach einem besseren Land gesucht haben, sind beinahe zu Hause.“ – Evangelisation, S. 212. 213. 3. Demütige Selbstversorgung 24.11. (Di) a. Nenne einige Schlüssel zum Erfolg in Thessalonich. 1. Thessalonicher 2, 1-7. „Die Gläubigen zu Thessalonich waren wahre Boten Christi. Ihre Herzen brannten vor Eifer für ihren Heiland, der sie erlöst hatte von der Furcht vor „dem zukünftigen Zorn“. (1. Thessalonicher 1, 10.) Durch Christi Gnade war in ihrem Leben eine wunderbare Umwandlung erfolgt, und das Wort des Herrn, das sie verkündigten, war von Kraft begleitet. So wurden durch die von ihnen dargebotene Botschaft des Evangeliums Herzen gewonnen und Seelen der Zahl der Gläubigen hinzugefügt. In seinem ersten Brief an die Thessalonicher verwies Paulus darauf, wie er unter ihnen gewirkt hatte. [Der folgende Satz ist aus dem Englischen übersetzt] Er erklärte, dass er nicht versucht habe, durch Täuschung oder List Bekehrte zu gewinnen.“ – Das Wirken der Apostel, S. 256. b. Welche Eigenschaften sind besonders herzerwärmend, wenn man den Dienst des Paulus in Thessalonich betrachtet? 1. Thessalonicher 2, 8-10. „Ehe Paulus ein Jünger Jesu wurde, hatte er eine angesehene Stellung innegehabt und war für seinen Unterhalt nicht abhängig von seiner Hände Arbeit. Später jedoch, als er all seine Mittel zur Förderung des Werkes Christi verbraucht hatte, wandte er sich zeitweise wieder seinem Handwerk zu, um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Besonders tat er dies an Orten, wo seine Beweggründe hätten missverstanden werden können. Erstmals lesen wir anlässlich seines Wirkens in Thessalonich, dass Paulus in jener Zeit, da er das Wort predigte, seinen Lebensunterhalt durch seiner Hände Arbeit erwarb.“ – Das Wirken der Apostel, S. 345. 346. „Paulus, der große Heidenapostel, lernte das Handwerk eines Zeltmachers. Es gab fortgeschrittene und gewöhnliche Berufszweige der Zeltmacherei. Paulus hatte die fortgeschrittenen Berufszweige erlernt und konnte auch in den gewöhnlichen Fachrichtungen arbeiten, wenn die Umstände es erforderten. Die Zeltmacherei brachte nicht so schnell Gewinne wie andere Berufe, und manchmal vermochte Paulus seine Lebensbedürfnisse nur mit strengstem Haushalten abzudecken. Obwohl seine Gesundheit schwach war, arbeitete er [Paulus] tagsüber im Dienste der Sache Christi und rackerte sich bis in die Nacht hinein ab, häufig auch die ganze Nacht, seine eigenen Lebensbedürfnisse und die der anderen abzudecken. Paulus war ein Erzieher. Er predigte das Evangelium mit seiner Stimme und in seiner gekonnten Arbeit predigte er es mit seinen Händen. Er erzog andere so, wie er vom weisesten unter den menschlichen Lehrern erzogen worden war. Während Paulus rasch und geschickt mit seinen Händen arbeitete, erzählte er seinen Mitarbeitern von den Anweisungen, die Christus dem Mose in Bezug auf den Bau der Stiftshütte gegeben hatte.“ – Bibelkommentar, S. 360. 4. Ein unerschütterliches Ziel 25.11. (Mi) a. Mit welchem Ziel sorgte Paulus für die Herde? 1. Thessalonicher 2, 11-13. „Die Erkenntnis der Wahrheit hängt nicht so viel von der Größe der Fassungskraft wie von der Lauterkeit der Absicht, der Einfachheit eines ernsten, sich auf Gott verlassenden Glaubens ab. Solchen, die in Herzensdemut göttliche Führung suchen, nahen sich die Engel Gottes, und der Heilige Geist eröffnet ihnen die reichen Schätze der Wahrheit.“ – Christi Gleichnisse, S. 58. b. Beschreibe die Hindernisse, denen die Verkündigung des Evangeliums zur Zeit des Paulus begegnete, und wie sich diese Erfahrung durch die Geschichte hindurch bis in die nahe Zukunft wiederholt. 1. Thessalonicher 2, 14-18; 2. Timotheus 3, 12; Matthäus 5, 10-12. „Sowie der Kampf sich auf neue Gebiete ausdehnt und die Aufmerksamkeit des Volkes auf das mit Füßen getretene Gesetz Gottes gelenkt wird, gerät Satan in Aufregung. Die Kraft, welche die Botschaft begleitet, wird jene rasend machen, die ihr widerstehen. Die Geistlichen werden mit beinahe übermenschlichen Anstrengungen das Licht zu verschließen suchen, damit es nicht auf ihre Herde scheine, und sie werden sich mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln bemühen, die Besprechung dieser wichtigen Fragen zu unterdrücken. Die Kirche wendet sich an den starken Arm der Staatsgewalt, und zwar werden sich Katholiken und Protestanten in diesem Bemühen vereinigen. Wenn die Bewegung, die Sonntagsfeier zu erzwingen, kühner und entschiedener wird, werden die Gesetze gegen diejenigen angerufen werden, die die Gebote Gottes halten. Man wird sie mit Geldstrafen und Gefängnis bedrohen; einigen wird man einflussreiche Stellungen und andere Belohnungen und Vorteile anbieten, damit sie ihrem Glauben entsagen. Ihre standhafte Antwort aber lautet: Beweist uns unseren Irrtum aus dem Worte Gottes – dieselbe Bitte, die Luther unter ähnlichen Umständen ausgesprochen hatte. Vor Gericht geführt, werden sie die Wahrheit eindeutig rechtfertigen, und manche Zuhörer werden sich entschließen, alle Gebote Gottes zu halten. So werden Tausende von Menschen das Licht sehen, die es sonst nie geschaut hätten. Gewissenhafter Gehorsam gegen Gottes Wort wird als Empörung angesehen werden. Von Satan verblendet, werden die Eltern das gläubige Kind hart und streng behandeln; Herrschaften werden ihre Bedienten, die die Gebote halten, unterdrücken. Die Liebe wird erkalten; Kinder werden enterbt und aus dem Haus getrieben… Da sich die Verteidiger der Wahrheit weigern, den Sonntag als Sabbat zu ehren, werden manche von ihnen ins Gefängnis geworfen, andere verbannt und etliche wie Sklaven behandelt werden. Dem menschlichen Verstand scheint dies alles jetzt unmöglich; wenn aber der zügelnde Geist Gottes den Menschen entzogen wird und sie der Herrschaft Satans, der die göttlichen Verordnungen hasst, überlassen bleiben, dann werden sich ungewöhnliche Dinge enthüllen. Das Herz kann sehr grausam sein, sobald Gottesfurcht und Liebe verschwunden sind.“ – Der große Kampf, S. 608. 609. 5. Eine einzigartige Freude 26.11. (Do) a. Warum kann es uns inspirieren, wie sehr das Herzensverlangen des Paulus dem Verlangen Christi entsprach? 1. Thessalonicher 2, 19. 20; Jesaja 53, 11. „Wer kann die Wirkung des Lebenswerkes des Paulus auf die Welt ermessen? Wieviel von all den wohltätigen Einflüssen, die das Leiden lindern, den Traurigen trösten und das Böse zurückdämmen, die die Seele aus Selbstsucht und Sinnlichkeit emporreißen und sie mit dem Hoffnungsstrahl der Unsterblichkeit durchglühen, sind den Bemühungen des Apostels Paulus und seiner Mitarbeiter zu verdanken, die mit dem Evangelium des Sohnes Gottes in aller Stille ihre Reise von Asien nach den Küsten Europas unternahmen? Wie glücklich ist jeder Mensch zu schätzen, der von Gott zur Verbreitung solch segensreicher Einflüsse gebraucht wurde! Wie köstlich wird es in der Ewigkeit sein, die Früchte einer derartigen Lebensarbeit schauen zu dürfen!“ – Erziehung, S. 62. 63. „Wir erkennen nicht, wie viel [die Lehren des Erlösers] den Wesen bedeuten, die er geschaffen hat. Er liebt das Menschengeschlecht. Fragst du, wie sehr? Ich weise dich nach Golgatha.“ – Counsels to Parents, Teachers and Students, S. 284. „Bei vielen um uns herum ist es nur nötig, ihre Vorurteile zu entfernen, ihnen die Beweise für unsere gegenwärtige Stellung aus dem Worte zu zeigen, und sie werden gerne die gegenwärtige Wahrheit annehmen. Die Botschafter sollten auf die Seelen acht haben, als solche, die da Rechenschaft darüber geben müssen. Ihr Leben muss ein Leben der Arbeit und der Last für Seelen sein, weil das Gewicht des herrlichen, aber oft vernachlässigten Werkes Christi auf ihnen ruht. Sie müssen irdische Vorteile und Bequemlichkeiten aus dem Auge lassen und es zu ihrer ersten Aufgabe machen, alles zu tun, was in ihrer Macht steht, um das Werk der Wahrheit zu fördern und verlorene Seelen zu retten. Sie werden auch einen reichen Lohn erhalten. In ihren Kronen der Freude werden diejenigen, die durch sie errettet wurden, als Sterne immer und ewiglich leuchten. In alle Ewigkeit werden sie die Genugtuung haben, dass sie getan haben, was sie konnten, um die Wahrheit in ihrer Reinheit und Schönheit vorzuführen, so dass Seelen sie lieben lernten, durch sie geheiligt wurden und sich das unschätzbare Vorrecht zu Nutze machten, in dem Blute des Lammes gewaschen, reich und mit Gott versöhnt zu sein.“ – Erfahrungen und Gesichte, S. 51. 52. Fragen zur persönlichen Wiederholung 27.11. (Fr) 1. Was lernen wir von der Hingabe, mit der die Apostel die Wahrheit weitergaben? 2. Warum war das Evangeliumswerk in Thessalonich besonders bemerkenswert? 3. Warum verrichtete Paulus, ein Prediger des Evangeliums, zeitweise Handarbeit, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen? 4. Welche positiven Ergebnisse bringt zunehmende Verfolgung dennoch hervor? 5. Beschreibe die Freude, die Christus, Paulus und alle Seelengewinner erfahren? |